Was tun bei altersbedingter Makuladegeneration?

Altersbedingte Makuladegenerationen (AMD) zerstören Zellen des Gelben Flecks (Makula). Im Zentrum der Retina (Netzhaut) bedeckt die Makula wenige Quadratmillimeter. Dorthin fällt das Bild von Objekten, die das Auge fixiert. Besonders viele lichtsensible Zellen dienen dort der Sehleistung. Daher beherbergt die Makula den Bereich schärfster Abbildung: die Fovea. Lesen und Gesichtserkennung hängen also wesentlich von perfekter Makulafunktion ab.

Zunächst unbemerkte AMD führt später zu deutlichen Symptomen. Augenärzte erhalten dann über spezifische Sehtests starke Verdachtsmomente für Makuladegeneration. Augenspiegelungen machen danach speziell die Makula sichtbar, deren Beobachtung auf trockene oder feuchte AMD hinweist. Feuchte AMDs lassen sich dann speziell sichtbar machen, was ihr Stadium entlarvt. Gleiches gilt für trockene AMDs.

Umgekehrt lassen sich durch regelmäßige Untersuchungen AMDs vor dem ersten Symptom erkennen. Diese Tests empfehlen sich dringend, da frühzeitige Behandlungen von AMD besonders aussichtsreich sind. Heilen lassen sich AMDs jedoch noch nicht. Zumindest für feuchte AMDs existieren seit wenigen Jahren mehrere prototypische Behandlungen. Diese verzögern die fortschreitende Krankheit jedoch bestenfalls.

Lasertherapien trocknen wachsende bzw. undichte Blutgefäße aus, welche die Makula sonst weiter schädigen. Diese schmerzfreien Verfahren lassen sich ambulant durchführen. Allerdings erzeugt die Laserenergie bisweilen Defekte, die Patienten später als Schatten bemerken. Damit eignen sich Laserbehandlungen nur für schädigende Blutgefäße außerhalb des Retinazentrums. Zudem gilt diese günstige Lage nur für besonders wenige Erkrankte. Bei den anderen verbieten die Risiken der Therapie deren Anwendung.

Photodynamische Therapien (PDT) fußen ebenfalls auf Laserlicht. Hierbei verödet die Laserenergie lediglich solche Blutgefäße, durch die ein zuvor gespritzter Farbstoff läuft. Auch diese schmerzfreie Behandlungsmethode erfolgt optional ambulant.

Klassische wie photodynamische Therapien restaurieren jedoch keine AMD-zerstörten Retinabereiche. Zudem verursachen photodynamische Therapien nachfolgend womöglich Sehstörungen. Auch reizen sie bisweilen ihre Einstichstellen. Gegebenenfalls machen PDT die Behandelten außerdem lichtempfindlicher oder sie bereiten Rückenschmerzen.

Ein besonderer körpereigener Stoff begünstigt die Neubildung schädigender Blutgefäße. Dieser Wachstumsfaktor lässt sich mit Medikamenten gezielt bremsen. Jene Inhibitoren gelangen bei lokaler Betäubung durch feine Injektionsnadeln in das Auge. Allerdings lassen sich danach Schmerzen oder entzündete Augäpfel nicht stets vermeiden. Weiter erhöht sich der Augeninnendruck womöglich, was bei bereits hohem Druck das Auge schädigen mag.

Auch neuartige Mikrochirurgie geht gegen neugebildete Blutgefäße vor. Operationen zeigen sich derzeit jedoch meist nur bei wenigen Patienten erfolgreich. Beispielsweise verlagern Makularotationen das Sehzentrum auf AMD-freies Gewebe.

Alle Therapien eignen sich höchstens für manche Formen feuchter AMD in bestimmten Stadien. Insbesondere entscheidet sich die Anwendung eines Verfahrens für jeden Patienten nur individuell: Nie lässt sich Nutzen pauschal gegen Risiken abwägen. Insgesamt erscheinen therapeutische Maßnahmen gegen die häufige AMD noch recht karg. Speziell trockene AMD kennt praktisch keine hinreichende Behandlung. Damit erzwingt sich der Ausschluß AMD-günstiger Faktoren ganz besonders: Rauchen und Bluthochdruck erfordern ihr Bekämpfen. Zugleich fördert gesunde Nahrung mit besonders viel Gemüse und Obst die Makulagesundheit. Studien belegen schützende Effekte bestimmter Vitamine gegen AMD. Neben Verfahren der Schulmedizin lässt sich auch Akupunktur einsetzen.

Jens Backof

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